Ranking: Welche Länder gewannen von 2019 bis 2025 die meisten Touristen?
2019 war das letzte „normale“ Jahr für den globalen Tourismus. Dann kamen Shutdowns, Revenge Travel, Airline-Chaos und eine komplette Neuordnung der Reiseziele, die Menschen wirklich ansteuern wollen.
Spulen wir vor bis Juli 2026: Die Gewinner sind nicht immer die offensichtlichen. Ja, Spanien ist diesen Sommer überfüllt. Aber einige Länder haben sich nicht nur erholt — sie liegen deutlich über ihren Zahlen von 2019, teilweise mit zweistelligen Wachstumsraten.
Wichtigste Erkenntnisse
- Saudi Arabia verzeichnete den größten Sprung: von ~17 Mio. Besuchern 2019 auf 27 Mio.+ im Jahr 2025 (+60%+).
- Albania verdoppelte die Ankünfte nahezu und erreichte ~10 Mio. Touristen 2025.
- Colombia legte um ~45% zu, unterstützt durch neue U.S.-Routen und Digital-Nomad-Visa.
- Greece wuchs um ~20% über 2019 hinaus — trotz 90-€-Fährtickets in der Hochsaison im Juli.
- Japan übertraf 2025 wieder das Niveau von 2019, angetrieben durch einen schwachen Yen und günstige Langstreckenflüge.
1. Saudi Arabia (+60%+ Wachstum)
2019: ~17,5 Millionen Besucher
2025: 27–30 Millionen (offizielle Ziele übertroffen)
Das ist die größte Transformationsgeschichte im globalen Tourismus.
Saudi Arabia hat sich nicht nur erholt — es hat sich neu erfunden. Neue E‑Visa (in unter 10 Minuten erhältlich unter visa.visitsaudi.com), Mega-Events wie Riyadh Season und eine aggressive Expansion der Airlines steigerten die Ankünfte um mehr als 60% im Vergleich zu 2019.
Die Hotelpreise in Riyadh liegen im Juli 2026 bei durchschnittlich 180–250 USD pro Nacht in 4‑Sterne-Häusern wie dem Narcissus Hotel. Zum Vergleich: In Dubai zahlt man 320 USD+ für ähnliche Qualität. Flüge ab London kosten im Sommer-Sale mit Saudia oft nur 480 USD hin und zurück.
Überspringen: Es als schnellen Dubai-Ersatz zu sehen.
Stattdessen: AlUla (UNESCO-Wüstenlandschaften) mit Tauchen am Red Sea nahe Umluj kombinieren.
AlUlas Maraya-Konzerthalle zieht inzwischen internationale Acts an, und der Eintritt zur archäologischen Stätte Hegra kostet 95 SAR (25 USD). Kein Backpacker-Schnäppchen — aber die Wachstumszahlen sprechen für sich.
2. Albania (+90% vs. 2019)
2019: ~6,4 Millionen Besucher
2025: ~10 Millionen
Wenn du diesen Sommer durch TikTok scrollst, hast du Ksamil mit seinem türkisfarbenen Wasser gesehen. Albania ist der Shootingstar des Mittelmeers.
Im Juli 2026 kosten Strandhotels in Sarandë durchschnittlich 85–120 € pro Nacht — verglichen mit 280 €+ im nahegelegenen Corfu. Ein Bus von Tirana nach Sarandë kostet 15 € (5,5 Stunden), ein privater Transfer 180 € (4 Stunden).
Low-Cost-Carrier (Wizz Air, Ryanair) haben stark expandiert. Hin- und Rückflüge London–Tirana fallen in der Nebensaison regelmäßig auf 70–120 USD.
Das Land profitiert auch vom Griechenland-Überlauf. Wer spontan 90-€-Fähren zwischen Mykonos und Santorini entdeckt, sucht schnell nach Alternativen — mehr dazu in unserem Guide zu Fähr-Fehlern in Greece im Juli.
Profi-Tipp für Juli 2026: Ksamil-Hotels 2–3 Monate im Voraus buchen. Innerhalb von 30 Tagen verdoppeln sich die Preise.
3. Colombia (+45% Wachstum)
2019: ~4,5 Millionen Besucher
2025: ~6,5–7 Millionen
Colombia wurde still und leise zum einfachsten Einstiegspunkt Südamerikas.
Warum der Boom?
- Mehr Direktflüge aus den U.S. (Miami–Medellín ab 220 USD retour bei Avianca-Sales)
- Digital-Nomad-Visum (bis zu 2 Jahre)
- Verbesserte Sicherheitswahrnehmung
In Medellíns El Poblado kostet ein solides Airbnb 40–60 USD pro Nacht. Zum Vergleich: Limas Miraflores liegt bei 80 USD+ für ähnliche Qualität.
Boutique-Hotels in Cartagena kosten im Juli durchschnittlich 140 USD pro Nacht — allerdings ist dort Regenzeit, mit Nachmittagsgewittern und 20–30% Hotelrabatt gegenüber Januar.

Bus Medellín–Guatapé: 5 USD, 2 Stunden.
Privatwagen: 70 USD, 1,5 Stunden.
2026 profitiert Colombia zudem von der Welle günstiger Langstreckenflüge. Hin- und Rückflüge Madrid–Bogotá sind auf 420 € gefallen — günstiger als viele europäische Sommerstrecken.
4. Greece (+20% über 2019)
2019: ~31 Millionen Besucher
2025: ~37–38 Millionen
Ja, Greece war schon immer riesig. Und trotzdem wuchs es um rund 20%.
Im Juli bricht Athens International Airport erneut Passagierrekorde. Allein die Zahl der Amerikaner ist stark gestiegen, mit Sommerpreisen JFK–Athens von 650–850 USD hin und zurück — oft günstiger als Inlandsflüge in den U.S. zur Hochsaison.
Die Inselpreise spiegeln die Nachfrage wider:
| Route | Fähre (Juli, spontan) | Flug (3–4 Wochen im Voraus) |
|---|---|---|
| Athens–Santorini | 80–100 €, 5–8 Std. | 60–90 €, 50 Min. |
| Athens–Crete | 45–70 €, 8–9 Std. | 50–85 €, 55 Min. |
Kluge Reisende meiden das Mykonos–Santorini-Klischee und setzen auf Naxos, Milos oder das Festland Pelion für wildes Schwimmen.
Für längere Aufenthalte boomt House-Sitting. Unsere detaillierte Analyse zu 6 Wochen Greece mit 0 € Miete zeigt, wie TrustedHousesitters (169 USD/Jahr Mitgliedschaft) deine größte Ausgabe eliminieren kann.
Juli-Tipp: Meltemi-Winde legen Schnellfähren regelmäßig lahm. Immer Flug vs. Fähre vergleichen — die Preisunterschiede sind kleiner als gedacht.
5. Japan (endlich über 2019)
2019: ~31,9 Millionen Besucher
2025: ~34–36 Millionen
Japans Grenzöffnung kam spät — aber dann explodierte die Nachfrage.
Der schwache Yen (¥160–170 pro USD über weite Teile von 2025) machte Japan für Amerikaner 20–30% günstiger als vor 2020.
In Tokyo:
- Business-Hotel (APA, Tokyu Stay): 70–110 USD pro Nacht
- Ramen-Mittagessen: 7–10 USD
- JR 7‑Tage-Regionalpass: ~190 USD
Zum Vergleich: In der Schweiz fallen selbst einfache Hotels selten unter 220 USD pro Nacht.
Sommer 2026 ist heiß und feucht (35°C diese Woche in Tokyo), aber Festivals und Wanderungen in den Japanese Alps haben Hochsaison. Gleichzeitig sind Langstreckenflüge von der U.S.-Westküste auf 620–750 USD gefallen — eine der günstigsten Asienrouten dieses Jahres.
6. Morocco (+30% Wachstum)
2019: ~13 Millionen Besucher
2025: ~17 Millionen
Morocco profitierte vom Überfüllungsproblem Europas.

Während Spain und Portugal diesen Sommer Besucherrekorde erreichten, nahmen Reisende die 1‑stündige Fähre von Tarifa nach Tangier (45 € pro Strecke, über FRS gebucht).
Riads in Marrakech kosten durchschnittlich 90–140 USD pro Nacht für stilvolle Mittelklasse — halb so viel wie vergleichbare Boutique-Hotels in Südspanien.
Hochgeschwindigkeitszug Tangier–Casablanca:
15 USD, 2 Std. 10 Min.
Taxi gleiche Strecke: 180 USD+, 4–5 Std.
Mit der WM 2030 (gemeinsam mit Spain und Portugal) am Horizont beschleunigen sich Infrastrukturinvestitionen — und die Tourismuszahlen spiegeln dieses Vertrauen wider.
Was uns dieses Wachstum zeigt (und wie du es nutzt)
Tourismuswachstum ist kein Zufall. Es folgt:
- Vereinfachten Visa-Regeln (Saudi Arabia, Colombia)
- Airline-Expansion (Albania, Morocco)
- Währungsvorteilen (Japan)
- Überlauf aus überfüllten Nachbarländern (Albania vs. Greece, Morocco vs. Spain)
Für die Reiseplanung im Juli und August 2026:
- Mittelmeer ohne 300-€-Hotels? Albania statt Amalfi.
- Trockenzeit in Südamerika? Colombia schlägt Perus höhere Juli-Preise.
- Günstigste Langstrecke? Japan und Colombia unterbieten Europa.
- Kein Europa-Chaos zur Hochsaison? Morocco oder Saudi bieten Infrastruktur ohne Santorini-Überfüllung.
Der Schlüssel ist nicht nur „Wo ist es beliebt?“, sondern „Wo wächst es, weil es noch relativ unterbewertet ist?“
Die überraschenden Verlierer
Nicht jedes Land hat 2019 übertroffen.
China liegt weiterhin unter den Vor-2020-Zahlen. Thailand hat gerade erst wieder Gleichstand erreicht, aber keinen deutlichen Anstieg darüber hinaus. Einige westeuropäische Schwergewichte (France, Italy) liegen nahe am Niveau von 2019 — doch das Wachstum ist marginal, nicht explosiv.
Heißt: Die Dynamik liegt in aufstrebenden oder neu positionierten Destinationen, nicht bei den traditionellen Platzhirschen.
Fazit: Folge dem Momentum (strategisch)
Wenn ein Land 40–90% mehr Besucher als 2019 verzeichnet, ist das selten Zufall. Es bedeutet einfachere Visa, günstigere Flüge, bessere Infrastruktur — oder alles zusammen.
Doch Wachstum heißt auch steigende Preise. Albania 2026 ist nicht Albania 2016. Greece ist nicht günstig, außer du nutzt smarte Strategien wie House-Sitting oder Flüge in der Nebensaison.
Der Sweet Spot liegt aktuell bei Ländern, die sich noch in ihrer Wachstumsphase befinden — nicht am Höhepunkt.
Wenn du eine Spätsommerreise planst (oder im August die Perseiden beobachten willst), wirf einen Blick auf Destinationen mit Momentum — bevor ihre Preise die neue Beliebtheit vollständig widerspiegeln.
Häufig gestellte Fragen
Welches Land gewann seit 2019 die meisten Touristen?
Saudi Arabia verzeichnete den größten prozentualen Anstieg, mit 60% oder mehr zusätzlichen Ankünften zwischen 2019 und 2025, dank neuer Visa und massiver Tourismusinvestitionen.
Ist Albania 2026 wirklich günstiger als Greece?
Ja. Im Juli 2026 kosten Strandhotels in Albania durchschnittlich 85–120 € pro Nacht, gegenüber 250–350 € auf beliebten griechischen Inseln wie Santorini oder Mykonos.
Warum ist Japan gerade so beliebt?
Der schwache Yen machte Japan für U.S.-Reisende 20–30% günstiger als vor 2020, mit Hotels in Tokyo ab etwa 70 USD pro Nacht und Flügen ab 650 USD hin und zurück.
Sind diese schnell wachsenden Reiseziele überfüllt?
Einige Hotspots schon (Ksamil in Albania, Medina von Marrakech), insgesamt ist die Überlastung jedoch geringer als in Mittelmeer-Ikonen wie Barcelona oder Santorini.





